Barcamp Vienna & meshed conference

Wie man meinem Twitter-Stream entnehmen konnte, war ich letzten Samstag auf dem Barcamp Wien und am darauffolgenden Mittwoch auf der meshed conference. Hier eine kurze Review und ein Vergleich von zwei Veranstaltungen, die man eigentlich nicht miteinander vergleichen kann.

Barcamp Vienna  #bcvie

Das Barcamp wurde in den hübsch modernen Räumlichkeiten von Microsoft Österreich abgehalten. Wir kamen rechtzeitig zum cool gemachten 3D-Gruppenfoto an.  Chris nutzte die Gelegenheit ebenfalls, um seinen Foto-Blog zu promoten, frei nach der Devise: Foto gegen Blog-Link, und machte von jedem, der es wünschte, ein Bild. Gute Idee, btw. 🙂

Nach der Mittagspause ging es weiter mit den Sessions. Ich habe zwei mitgemacht – „Coworking“ und „Fashion & Internet Revolution„, mal mehr, mal weniger interessant. Schön war es, Follower live zu sehen („Ach, DU bist das!“) und alte Bekannte vom Twittwoch wiederzutreffen (viele Grüße an dieser Stelle an den lieben Heinz).

Irgendwann kurz nach sechs hatte ich das Gefühl, dass sich die Veranstaltung mehr und mehr auflöste, so dass auch wir uns auf den Heimweg machten. Ein Lob an dieser Stelle an die Organisatoren, die Location war schön ausgesucht und es gab viele Nettigkeiten, die man nicht unbedingt für ein kostenloses Event erwarten darf (zB Tshirts & Catering).

Mein Eindruck?

Was ich an BarCamps mag, ist die Bereitwilligkeit, mit der Leute ihr Wissen teilen – kostenlos und ohne etwas dafür im Gegenzug zu erwarten. Ja, man kann natürlich auch im Netz über all jene Themen lesen, die einen interessieren, aber ohne Frage lernt man beim BarCamp gerade in Gesprächen mit anderen einiges über neue Startups und Tools, auf die man alleine nicht gekommen wäre, ein positiver Side-Effect und alleine deswegen schon den Besuch wert.

Der Nerd-Faktor ist bei einer solchen Veranstaltung natürlich sehr hoch – klar, Zielgruppe sind eben jene, die sich tagtäglich intensivst mit dem Web beschäftigen. Dass ich mich beim BarCamp und nicht bei einem Online-Marketing-Treffen befand, wurde mir spätestens in einer Diskussion über das Thema Coworking bewusst. Da ich sehr für das gemeinsame Arbeiten bin und darin viele spannende Möglichkeiten sehe, unterhielt mich mit einem der Teilnehmer über die verschiedenen Projekte. Auf die Frage, welches Geschäftsmodell seiner Ansicht nach am besten funktionieren könne, reagierte mein Gesprächspartner irritiert. „Warum willst du damit Geld verdienen?“. Ich war verdutzt.  Wie sollten sich die Kosten sonst tragen? Die Miete für das Gebäude, Strom, Internet, die Geschäftsausstattung…das alles bezahlt sich nicht von alleine und sicher auch nicht durch gemeinsame Projekte, wie er mir vermitteln wollte. Gespräche mit Investoren und meinem BWL-Prof haben mich gelehrt, dass hinter jedem Business ein Geschäftsmodell stehen sollte. Klar, an dieser Stelle könnte jetzt die Diskussion entstehen, dass Geld und Kreativität sich ausschlissen, dass sich solche Projekte auch durch Crowdfunding etc. tragen können. Ich als Kommunikations- und Multimediamanagementstudentin bin allerdings nicht so naiv (oder frei) zu glauben, dass ein Business ohne Geschäftsmodell und durch reine Nächstenliebe auf Dauer finanziert werden kann. Auch die Investoren hinter Twitter, das noch kein konkretes GF hat, wollen irgendwann Rendite sehen, sonst funktioniert die schönste Idee nicht. That´s life. Auf der meshed hätte ich die Diskussion sicher mit niemandem gehabt. Aber das ist ein anderes Thema. 😉

Zurück zum eigentlich BarCamp – je nach Session lernt man also mehr oder weniger dazu, kann selber teilnehmen, interagieren, kommunizieren. Letzteres jedoch kam nach meinem Geschmack beim #bcvie zu kurz.

Luca schreibt in seinem Blog über das BarCamp „Die meisten Leute kennen sich.“. Das stimmt – leider. Denn wo viele Menschen auf altbekannte treffen, ist nicht immer Platz für neues. Ich selbst bin relativ aktiv in der Webszene, twittere viel, habe eine mittelgroße Zahl an Followern und wage zu behaupten, dass mein Nick „yasmintee“ – zumindest in der Kölner Webszene – relativ bekannt ist. In Österreich jedoch sieht das anders aus – und die Nähe, die die anwesenden Teilnehmer zueinander haben, grenzt die anderen, neuen teilweise aus. Vielleicht lag es daran, dass wir wir zu spät kamen. Vielleicht lag es am hohen Nerdfaktor oder daran, dass mein Kirschchenkleid nicht geeky genug war. Vielleicht lag es auch an mir selbst. Dennoch, eine etwas offenere Atmosphäre hätte ich mir gewünscht. (Und ich hoffe, dass mir dies nicht als „deutsche Problemorierntierheit“ angedichtet wird;).

meshed conference #meshed2

Die Agentur netural hatte die meshed im Jahr zuvor in Linz in den Räumlichkeiten der ars electronica ausgerichtet, dieses Jahr sollte die Social Media Conference in Wien stattfinden. Vienna calling, yes indeed, und die Location war sehr vienna-like ausgesucht: die Aula der Wissenschaften, verwaltet von der Agentur koop, ist ein  sehr schönes altes Gebäude, das saniert und auf den neusten technischen STand gebracht, perfekt dazu geeignet ist,  als Konferenzräumlichkeit mit Stil herzuhalten.

Die meshed war (im Gegensatz zum Barcamp) nicht kostenlos, die Sprecher, die Caterer, die Organisatoren wollen bezahlt werden. Knapp 300 EUR kostete die Teilnahme, dafür gab es dann relativ bekannte Referenten, qualitativ hochwertige technische Standards und eben die tolle Location dazu. Man durfte gespannt sein. Eine Twitterwall gab es während der Konferenz nicht, was viele Teilnehmer dennoch nicht davon abhielt, fleissig rund zur #meshed2  zu twittern. Moderatorin war Lena Doppel.

# Liste der Referenten:

Erik Qualman – Autor des Buchs „Socialnomics“ & sehr bekannter amerikanischer Internet-Guru

Mark A.M. KramerDozent der Universitäten Hagenberg & Steyr, Teilnehmer des internationalen AR Consortiums

Nicole Simon – Autorin des Buchs „Twitter – Mit 140 Zeichen zum Web 2.0“ und bekannte deutsche Social Media-Beraterin

Hendrick Speck – Professor für Digitale Medien an der Universität Kaiserslautern

Björn Schäfers – Geschäftsführer des Social Commerce-Startups smatch.com, einer Otto-Tocher

David Roesler – Geschäftsführer von Projektkompetenz.eu und Unternehmensberater

# Vorträge

# Erik Qualman, extra den weiten Weg aus Cambridgte eingeflogen, hatte die Ehre, die Keynote zu halten. Qualman, sehr groß, sehr amerikanisch, sehr professionell, ließ erst einmal einige Videos für sich sprechen:

– Social Media Revolution

– Social Media ROI, ebenfalls aus dem Hause Socialnomics.

Ohne Zweifel sind die beiden Videos zum Thema Social Media extrem cool gemacht, sehr catchy & flashy. Allerdings sind sie auch nicht besonders neu, auch nicht für eine Audienz, die zu 90% aus Online-Marketern und zu 10% aus Web-Nerds bestand. Qualman erklärte, warum Social Media wichtig sei, warum es sich Firmen nicht erlauben könnten nicht mitzumachen und zeigte noch das „United Breaks Guitar“-Video. Also nichts neues für jene, die sich bereits mit Social Media auskennen. Nach einer Fragerunde war er dann auch wieder weg. Im Gedächnis blieb mir vor allem ein Ohrwurm aus dem ersten Video.

# Mark A.M. Kramer, der nächste Sprecher, zeigte in seiner Präsentation sehr viele spannende Beispiele aus der Welt des Augmented Reality.

Besonders interessant war „Fjords AR Concept“, das lt. Aussage von Herrn Kramer hoffentlich im Herbst gelauncht wird. Fjord ist ein Augmented-Reality-Browser, ähnlich wie Layer, aber (was man in dem kurzen Video gesehen hat), mit mehr Features wie zB die Anzeige von Freunden in der Nähe oder einer Wegbeschreibung, die absolut futuristisch aussieht. Man darf gespannt sein. Ich in es.

Andere Beispiele waren u.a. zugara.com, wo man die Kleidung aus dem Online-Shop virtuell am eigenen Körper probieren kann oder Snapshop, das es einem erlaubt, Möbel aus dem Online-Showroom via AR in die eigenen vier Wände „zu transportieren“.

Ein Bild aus seiner Präsenation zeigt 16 Geschäftsmodelle innerhalb von Augmented Reality auf:

16 Augmented Reality Business Models

(Quelle: http://www.flickr.com/photos/garyhayes/3917382293/sizes/o/)

Augmented reality ist sehr, sehr spannend – und dass die Zukunft des Internets u.a. im Bereich Mobile liegen wird, hat diese aufschlussreiche Präsenation wieder einmal bewiesen.

# Nicole Simon sprach über Social Media Basics – warum ein Unternehmen Social Media braucht. Ein Zitat: „Was kostet es ein Unternehmen, wenn es Social Media ignoriert? Was ist das Worst Case Szenario, das passieren kann? Wie reagieren wir darauf?“ Sie gab Tipps zur Erstellung einer Social Media Strategie und Social Media Richtlinien. Die Präsentation war für jene interessant, die Social Media in Unternehmen noch nicht oder nur versuchsweise anwenden. Auch für Social Media Experts war es teilweise interessant zuzuhören, da sie manche Dinge auf den Punkt brachte bzw. einige Themen ergänzte.

# Hendrick Specks Vortrag  habe ich ehrlicherweise leider größtenteils verpasst, da ich mit dem Verfassen einer Mail beschäftigt war. Multitaskingfähigkeit hat leider auch ihre Grenzen. Was ich mitbekommen habe war, dass Herr Speck es sehr gut verstand, die Menge aufmerksamer Hörer durch seine Art zu fesseln. Auch die Twitter-Menge fand ihn gut. Sobald seine Präsentation online ist, werde ich sie hier hochladen.

# Dr. Björn Schäfers, Geschäftsführer von smatch.com, trug eine Präsentation über Social Commerce vor und welche Vorteile Kunden und Händler davon haben. Einer davon ist zB, dass Händler & Designer (solange sie einen Online-Shop betreiben) ihre Ware kostenlos bei smatch.com einstellen können und erst im Falle eines Vekaufs eine Provision zahlen müssen. smatch.com ist relativ aktiv in sozialen Netzwerken wie studiVZ und facebook und versucht auch im Mobile-Markt Fuss zu fassen – ein weiterer Vorteil für die B2B-Händler, die von der Reichweite des Otto-Ablegers profitieren können.

# David Röthler referierte über Crowdsourcing und Crowdfunding – mit sehr vielen tagesaktuellen Beispielen. Er zeigte die ganze Bandbreite von Crowdsourcing/Crowdfunding auf – von der Möglichkeit, Spenden für ein Projekt zu sammeln, über Ideenfindung und Prozess-Outsourcing, bis hin zu alternativen Bezahlsymstem wie flattr oder kachingle, dem Facebook-Alternativprojekt diaspora oder Markenmonitoringdiensten wie brandtags.net – und vieles mehr.

Die Veranstalter der meshed haben die „best of twitter“ gesammelt – einsehbar hier.

Mein Eindruck?

Die Qualität der Vorträge insgesamt war gut, teilweise sogar sehr gut (mir persönlich hat die Präsentation über Augmented Reality am meisten gebracht). Die Frage ist natürlich, wer die Zielgruppe für eine solche Veranstaltung war. Barcamper und Menschen, die sich bereits mit Social Media auskennen, offensichtlich nicht, da zumeist nicht viel neues erzählt wurde und es weniger ums „social“ denn um „social media **marketing** ging. Für Marketer, die allerdings noch keinen oder wenig Plan von Social Media haben und eine Orientierungshilfe suchen, bot das Event einen relativ guten Einblick in die Möglichkeiten.

Die Moderatorin war sehr aktiv, kannte sich in den Themen aus und stellte oft gute Fragen an die Sprecher. Ausserdem kompensierte sie die fehlende Twitterwall ein wenig durch aktives Mitschreiben & Mitverfolgen der Tweets und gab Fragen aus dem Netz an die Sprecher weiter.

Die sicher bewusste Entscheidung, auf eine Twitterwall zu verzichten, kann ich insofern nachvollziehen, als dass sich sonst der Fokus der Zuhörerschaft vom Sprecher oft auf die Twitterwall hinter ihm richtet. Das Für und Wider kann man natürlich diskutieren und ist Geschmackssache. Die Diskussion bereichert haben die vielen Tweets auf jeden Fall, auch wenn alle anderen, die nicht parallel online waren, davon leider wenig mitbekommen haben. Da netural jedoch WLAN angeboten hat, stand es jedem frei, im Netz mitzudiskutieren.

Die Orga an sich war sehr gut, die große Videoleinwand zB fand ich sehr cool. Essenstechnisch wurde zwar auch eine große Menge angeboten, ein wenig mehr Variation im Angebot hätte ich mir aber gewünscht, es war alles ziemlich teiglastig.

Die Kommunikation untereinander hat mir auf der meshed besser gefallen als auf dem BarCamp. Der Unterschied lag daran, dass sich eben nicht alle kannten und eine teilweise geschlossene Gruppe bildeten, so kam man mit mehreren Leuten (auch welchen, die man nicht über Twitter kennt) einfacher ins Gespräch. Wir Twitterer haben uns natürlich gefunden, auch wenn es nicht immer so einfach war, das Gesicht dem jeweiligen Twitter-Avatur zuzuordnen („Wenn du es bist, stehe mal auf und winke.“)

# Fazit

Beide Veranstaltungen waren interessant und boten die Gelegenheit, sich auch zwischen den Vorträgen auszutauschen und Leute kennenzulernen. Obwohl beide Events rund um das Thema Internet und Social Media angesiedelt waren, ging es um komplett unterschiedliche Zielgruppen, das sollte man bei der Anmeldung und der damit einhergehenden persönlichen Erwartung nicht unberücksichtigt lassen. Beim BarCamp hätte ich mir ein wenig mehr Offenheit in der Kommunikation gewünscht, bei der meshed tiefergehende Vorträge.

Eine Vermischung beider Kulturen (BarCamper & Marketingmenschen) fände ich sehr interessant, allerdings müssten dann beide Gruppen an ihren Vorurteilen gegenüber arbeiten und versuchen, die Kommunikation des anderen zu verstehen. Mal sehen, ob es eine solche Veranstaltung geben kann.  Den Begriff „Nerd“ verstehe ich übrigens nicht negativ. 🙂

Andere Meinungen zur meshed & zum Barcamp:
Luca – Blog
Digitalks – Blog
Lisa Oberndorfer – Blog
Fotos der meshed auf facebook

Sollten welche fehlen, trage ich sie gerne nach, einfach melden.

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Wie ich mein eigenes Auto klaute.

Vielleicht haben einige von euch den Video-Beitrag von mir auf der Polizeiwache gesehen und mitbekommen, das ich letztes Jahr der Polizeistation einen Besuch abstatten musste, um ein Kfz-Kennzeichen als vermisst zu melden. Gemeine Diebe hatten mein hinteres Kennzeichen geklaut (ähm, oder auch nicht), und nachdem ich mit dem Polizeimenschen gesprochen, dieser sich den Schaden am Auto angesehen und eine offizielle Anzeige erstellt hatte (die ich für die Versicherung und die Kfz-Zulassungsstelle brauchte), wollte ich ein paar Wochen später bei der Zulassungsstelle neue Kennzeichen beantragen.

Die Dame auf dem Amt war verwirrt und wollte wissen, ob ich ein neues Auto anmelden wolle. „Hmm. Aber Ihr Lupo ist doch als gestohlen gemeldet“.

Die Verwirrung wechselte auf meine Seite. Wie sich herausstellte, hatte der Polizist nicht mein Kfz-Kennzeichen als vermisst/geklaut/whatever gemeldet, sondern gleich das ganze Auto mit (das er sich witzigerweise vorher noch angeschaut hatte).

Nach dem Gespräch mit der Dame auf der Zulassungsstelle musste ich also zurück auf die Polizei-Dienststelle, das Missverständnis aufklären, mit einem neuen Schreiben zurück zur Zulassungsstelle und konnte nun offiziell neue Schilder beantragen.

Interessant ist, dass ich in den Wochen, in denen ich kein hinteres Kennzeichen hatte, desöfteren von der Polizei angehalten und darauf angesprochen wurde, diese aber nicht bemerkt haben, dass der Wagen offiziell als „geklaut“ galt. Auch die Tatsache, dass ich, um meine Einkäufe zu erledigen, ab und an direkt vor der Polizeistation gehalten habe und diese wiederrum nicht bemerkten, dass ein „gestohlener“ Wagen direkt vor ihrer Haustür hielt, spricht nicht gerade für die Autodiebstahl-Aufklärqualitäten der Freunde in grün.
Froh war ich schlußendlich darüber, dass ich nicht versehentlich auf der Fahndungsliste für „Autoknacker“ gelandet bin. (Erkannt wurde ich von den Polizisten jedenfalls nicht;).

Social Media in Unternehmen am Beispiel Twitter

Für die Uni habe ich die Präsentation „Social Media in Unternehmen“ am Beispiel Twitter“ erstellt. Ich zeige Beispielmöglichkeiten für Firmen an und erkläre, was Twitter bzw. Social Media eigentlich ist.
Achtung: Die Präsentation richtet sich vor allem an jene, die noch keinen Plan von Twitter haben. 😉

Ich kam, sah und verpeilte die Frage.

Hier mein neuester Video-Beitrag, in dem ich erzähle, wie es war, Kandidatin bei „Wer wird Millionär“ zu sein.

Viel Spass dabei. 🙂

iPhone-Killer Nokia N97?

Ja, ich gebe es zu – ich bin ein kleiner Techie. Ich mag Notebooks, Gadgets, Mp3-Player, lustig-sinnlose USB-Anhängsel und meinen Poken habe ich auch immer mit.

Besonders spannend finde ich aber Geräte, die versprechen, die Internetnutzung fernab vom PC einfacher und angenehmer zu gestalten.
Genau das bedeutet für mich Zukunft: Zugang zu Informationen, Kommunikation, Austausch jederzeit, überall, ohne schweren (Netbook/Notebook-)Ballast und vor allem auf einfache Weise.

Apple hatte mit dem iPhone ein Gerät herausgebracht, das dem schon recht nahe gekommen ist. Insbesondere das große Touchdisplay und die einfache Bedienung sowie auch die Möglichkeit, per WLAN online zu gehen, haben das Nutzerverhalten vieler bis dato „normaler“ Handyuser verändert.

Und auch wenn das iPhone noch viele Macken hat und meines Erachtens definitiv verbessert werden sollte – eines muss man Apple in der Tat lassen: Es hat die mobile Internet-Wahrnehmung und die Möglichkeit, mit dem Handy online zu gehen, in der Gesellschaft verändert. Saßen früher in Cafés oft Leute mit Notebooks am Tisch, sind es heute die iPhones, auf denen Mails verfasst oder über  Facebook Nachrichten geschrieben werden, es wird getwittert, eine Wegbeschreibung wird via Google Maps veranschaulicht und Songs werden auf Youtube angeschaut.

Bei vielen Handys war die Internetnutzung aufgrund zu kleiner Displays, fusseliger Tastatur und fehlender UMTS- oder WLAN-Hardware mühsam und nie eine echte Alternative zum Notebook. Das iPhone hat es geschafft, dass Millionen User das Internet in ihrer Hosentasche mittragen. Glückwunsch!

Jedes Handy, das heute auf den Markt kommt und von sich behauptet, ein smartes, internetfähiges Phone zu sein, muss sich daher als potentieller „iPhone-Killer“ mit Apples Meisterstück messen lassen.

Das N97 von Nokia wird, so hoffe ich, nicht nur versuchen, ein iPhone-Klon zu sein, sondern auch das mitbringen, was Nokia all die Jahre über als Marktführer ausgezeichnet hat – eine einfache, intuitive Bedienung für SMS und Telefonfunktion, sowie einen sinnvollen Kalender und ein gut managebares Telefonbuch.

Beim iPhone werden die Telefonfunktionen eher stiefmütterlich behandelt und es wird deutlich, dass Apple, bei aller Brillianz, die langjährige Erfahrung der Mobile-Geräte-Entwickler fehlt.

Beim N97 kann ich davon ausgehen, dass die altbewährten Nokia Telefon-Features erhalten bleiben und mit den neuen Internet-Programmen vollendet werden.

Das, was mir beim iPhone bisher gefehlt hat, ergänzt das N97 – eine echte, mechanische  (QWERTZ-) Tastatur und die Möglichkeit, zwischen den Anwendungen zu wechseln. Ein multitaskingfähiges, mit Touchdisplay ausgestattetes Nokia, das über UMTS oder WLAN die neuesten Videos abspielt, mit dem ich auf einen Knopfdruck hin meinen Facebook-Account aktualisieren und gleichzeitig skypen kann, kurz: kein Mischmasch (ein Viertel Telefon, ein Viertel MP3-Player, halbes Internet) wie das iPhone, sondern ein echtes Multimedia-Handy, ein „Personal Internet Device“. Damit ist die Zukunft ein ganzes Stück in die Nähe gerückt.

Erwähnenswert seien noch der große Speicher (35 Gigabyte), die 5-Megapixel-Kamera und integriertes GPS, mit denen Nokia seinen Multimedia-Alleskönner ausstattet. Und, sehr nette Spielerei: Dank integriertem UKW-Sender (FM-Transmitter) lässt sich die gespeicherte Musik auf jedem beliebigen Radio abspielen. Ein UKW-Empfänger ist natürlich mit dabei.  Sehr cooles Feature, das ich mir schon lange beim iPod wünsche (ohne es extra kaufen zu müssen).

Es bleibt allerdings abzuwarten, ob sich der Ovi-Store so erfolgreich wie iTunes entwickelt. Ich bin jedoch fest davon überzeugt, dass viele Firmen in Zukunft nicht nur auf iPhone Apps, sondern eher auf entsprechend angepasste mobile Websites setzen werden, da sie mit diesen die größere Masse erreichen werden.

Ob das neue Nokia N97 tatsächlich ein iPhone-Killer ist? Nun, ich werde berichten, sobald ich es getestet habe. Bald*, hoffe ich. 🙂

nokia-n97

P.S.: An dieser Stelle noch eine kurze Info zu meinem jetzigen Handy: Ich benutze seit 2006  immer noch das Nokia N70, das mir sehr treue Dienste geleistet hat und damals ein echter Vorreiter war. Dank toller TomTom-Navigationssoftware hat es mich insbesondere in Stuttgart und München oft vor dem Verzweifeln bewahrt. Ohne das N70 würde ich sogar in Köln auf dem Weg von Sülz nach Lindenthal wahrscheinlich immer noch versehentlich in Raderthal oder Rodenkirchen landen. 😉

* Es gibt aktuell ein Gewinnspiel, bei dem man das N97 testen kann, und ja, ich nehme hiermit dran teil. 🙂

Links
Datenschmutz
Luca auf 2-Blog
Helge auf helge.at
Helmut auf mobilitylounge.at
Meral auf digitalks.at

Istanbul – Nice to meet you

Bevor es Anfang April mit unserer Reise nach Istanbul losging, las ich viel über die Stadt am Bosporus und stieß dabei immer wieder auf die Betonung von Orient und Okzident, Europa und Asiens, des Christentums und des Islams. Istanbul, die Stadt mit den vielen Namen und den vielen Gesichtern, mit der reichhaltigen Geschichte und seit Jahrhunderten Schmelztiegel vieler Kulturen, übte einen faszinierenden Reiz auf mich aus. Da Istanbul auch mein erster Besuch in der Türkei war, war ich sehr auf Land und Leute gespannt.

Tatsächlich wurde mir erst vor Ort klar, wie facettenreich die Stadt wirklich ist. Mit der Lebendigkeit der Stadt zum Beispiel hatte ich nicht gerechnet. In Istanbul leben lt. Wikipedia knapp 14 Millionen Menschen, höchstwahrscheinlich noch viel mehr  – und das spürt man. Ob beim Weggehen, beim Einkaufen, in Cafés und Restaurants, auf der Fähre oder im Park – die Stadt pulsiert.

Und nirgendwo anders sind mir die Unterschiede zwischen arm und reich stärker aufgefallen als hier. Während sich auf der Istiklal Caddesi ein Markengeschäft neben dem anderen reiht, man Frauen und Männer topgestylt und mit vielen Shoppingtüten und iPhones  in der Hand die breite Einkaufspromenade entlang schlendern sieht, stehen eine Straßenecke weiter ein alter Mann, der Taschentücher verkauft, eine alte Frau, die selbstgestickte Bänder an den Mann zu bringen versucht und ein junger Mann in Fetzen und ohne Schuhe, der in einem Hauseingang schläft. Während in den teuren Clubs und Restaurants in Ortaköy und Nisantasi die Leute feiern und es sich gut gehen lassen, lebt woanders eine vierköpfige Familie von 200 EUR im Monat. Istanbul ist nun einmal die Stadt der Gegensätze, mögen manche sagen, aber leider sind diese oft auch traurig und unfair.

In der Riesenmetropole wird einem erst bewußt, wie gut man es hat, in Deutschland, in Österreich, im wohlgeordneten Westeuropa, wo alle einen Anspruch auf eine Wohnung, auf Geld vom Staat, auf eine Krankenversicherung, auf ein eingermaßen gesundes und standardisiertes Leben haben.
Nicht aus dem Kopf gingen mir die vielen alten Menschen,  die trotz ihren hohen Alters und einer gewissen Gebrechlichkeit versuchen, Geld am Straßenrand zu verdienen, sei es, um Stofftiere zu verkaufen, gefälschte Sonnenbrillen, bunte Bänder, Tücher, Sesamkringel, gekochte Maiskolben, Baumarkt-Waren oder bunte, lärmende Spielzeuge. Manch einer, wie oben kurz erwähnt, hat nicht einmal das, und verkauft stattdessen lose Taschentuch-Packungen für 30 Cent das Stück.

Die Architektur der Stadt ist ebenfalls erwähnenswert. Es gibt viele wunderschöne Gebäude aus dem 19. Jahrhundert, prachtvoll und mit toller Lage. Allerdings gibt es auch sehr viele Gebäude, die ich nur als abgefuckt benennen kann, Häuser, die aussehen, als stünden sie kurz vor dem Einsturz. Fehlende Treppenstufen, kaputte oder alte, nie erneuerte Hausfassaden, Hinterhäuser, die man nur über steile Treppen ohne Geländer erreicht, komplette Straßenzüge ohne einen gemeinsamen architektonischen Nenner, grottenhässliche 60er Jahre Gebäude, die auch in der UdSSR hätten erbaut werden können, aus grauem, kaltem Beton, prägen das Stadtbild ebenso wie die gepflegten Häuser mit den verspielten französichen Balkonen und den Dachterrassen.

Der Verkehr in der Stadt ist übrigens eine Liga für sich. Bevor wir in Istanbul eintrafen, hatten wir mit dem Gedanken gespielt, einen Wagen zu mieten. Bereits wenige Stunden nach Ankunft verwarfen wir diese Idee – Istanbuler Autofahrer halten sich an wenige Verkehrsregeln und die Hupe kommt in der Wichtigkeit direkt nach dem Motor. Überall wird gehupt, was das Zeug hält. Taxifahrer hupen z.B. auch, wenn sie anfragen wollen, ob jemand mitgenommen werden möchte. Als angenehmstes Verkehrsmittel empfand ich die Fähren, die z.B. von Eminönü nach Üsküdar fahren. Möchte jemand die Kontinente wechseln, so sind die Fähren sehr zu empfehlen, denn mit dem Auto steht man über den Brücken oft im Stau.
Pro Fahrt nur 70 Cent (überdies sind die gesamten Verkehrsmittel in Istanbul erstaunlich günstig), ist die Fahrt über das Meer gerade im Frühling wunderbar und viel zu kurz. Gerade mal 10 Minuten dauert die Überfahrt von einem Kontinent auf den anderen.
Wer den Wind und das Meer länger geniessen möchte, sei die Fahrt ans Schwarze Meer ans Herz gelegt. Jeden Tag um 10.30h startet von Eminönü aus eine Fähre, die in 5h bis hoch ans Schwarze Meer und wieder zurück fährt und kurze Zwischenstopps einlegt.

In keiner anderen Metropole habe ich so viele Katzen wie hier gesehen. Laut einer alten Legende war der Prophet Mohammed ein Katzenfreund und hat, als eine Katze einmal auf seinem Gewand schlief, um die Katze nicht zu wecken, ein Stück aus seinem Rock herausgeschnitten. Ob dies nun stimmen mag oder nicht, in Istanbul gibt es sehr, sehr viele Straßenkatzen. Viele werden gefüttert, viele gestreichelt, keine, die ich gesehen habe (und zu meiner Freude habe ich viele gesehen), sah unterernährt oder krank aus.
Wer eine Katzenallergie hat, sollte damit rechnen, desöfteren, gerade abends, wenn man draußen in den Restaurants sitzt, Besuch von den haarigen Fellknäueln zu bekommen. Aber keine Sorge, trotz „Straßenkatzendaseins“ sind sie wohlerzogen und freuen sich über jeden Happen, den man mit ihnen teilt. Zum Leidwesen meines Freundes ist mein und auch sein Hauptgericht an die Katzen gegangen. 🙂

Das Essen in Istanbul ist toll. Man kann sehr günstig aber auch sehr gediegen und teuer essen gehen. Wir haben beides ausprobiert, ich bevorzuge die einfache, aber dafür authentische türkische Küche. Wer Istanbuler Lebensgefühl tanken möchte, sollte sich abends draußen in ein gut besuchtes Restaurant setzen und sein Essen über mehrere Stunden geniessen.
Mein Tipp: auf die fleischhaltigen Hauptgänge verzichten und stattdessen von den vielen abwechslungsreichen leckeren Vorspeisen probieren, die auf großen Tabletts an den Tisch gebracht werden und die man sich so aussuchen kann.  Als süßen Abschluß, auch wenn man noch so satt ist, kann ich die türkischen Desserts sehr empfehlen.
Wie oben erwähnt, gibt es auch sehr viele Straßenhändler, die z.B. gekochte oder gegrillte Maiskolben (sehr lecker!) verkaufen, heisse Maroni, Sesamkringel, Popcorn,  Böreks oder gefüllte Köfte.

Sehenswürdigkeiten gibt es viele, zu viele, als dass ich sie aufzählen könnte. Interessant ist z.B. die alte Wasserzitadelle in Sultanahment, die auch einem James Bond Film als Kulisse diente, die vielen riesigen Moscheen, in denen die Frauen sich allerdings Tücher überziehen müssen, Dolmabahce, die alte Atatürk-Residenz, der kleine Markt sonntags um die Ortaköy-Moschee am Bosporus herum, wo für alle Besucher eine Kumpir-Kartoffel oder ein Gözleme ein Must-have ist, der Fischmarkt in Beyoglu, die vielen Basare, das Istanbul Museum of Modern Art…
Noch ein Tipp – wohin ihr auch mit dem Taxi fahrt, gebt dem Fahrer immer ein konkretes Ziel an. „In irgendein Restaurant, wo man einen schönen Blick hat“ ist recht vage und kann einen, wenn man Pech hat, in ein 30km von Istanbul entferntes kleines Fischerdorf führen.

Die sechs Tage Istanbul haben bei weitem nicht gereicht, um die Stadt wirklich zu entdecken. Wir haben viele Eindrücke mitgenommen, manche schön, manche negativ, viele mit Staunen und Lachen, manche voller Bewunderung und doch nur Bruchteile einer Millionen-Metropole gesehen.

Ob es sich lohnt, wiederzukommen? Noch einmal am Bosporus sitzen, auf´s Meer schauen, Sehenswürdigkeiten bestaunen, Katzen streicheln, shoppen gehen, den Wind und die Sonne auf der Fähre geniessen,  gefrorenen Joghurt essen, andere Kumpir-Variatonen wählen, über Eminönü phantasievolle Geschichten erfinden, kurz – Istanbul entdecken.  Ja, auf jeden Fall.

Was tut es? – Es leuchtet grün.

Letztens bei meinem Lieblingsthai.

Ich: „Oh, lecker Fanta Limette!“

Nach einem Schluck aus der Dose: Geschmackliche Verwirrung. Dose wird von mir misstrauisch beäugt.

Ich: „Äh, hmm…das ist jedenfalls nicht Fanta Limette. Und irgendwie…funkelt es…seltsam“

Glas geholt, Fanta  eingeschüttet.

Schweigen am Tisch.

Freundin: „Wow. Es leuchtet.“

Freund: „Riecht nach Kaugummi.“

Ich: „Schmeckt auch so. Und he, vielleicht leuchtet´s auch im Dunkeln!“

Freundin: „Sieht irgendwie giftig aus.“

Freund: „Wie in diesen Filmen, wo ein verrückter Professor sich irgendwas zusammenbraut und davon kirre wird.“

Ich: „Haha, ja, ab heute bin ich Hulk! Oder so.“

Seht selbst:

Thai-Fanta

Nachtrag:  Trotz eingehender Beobachtung haben sich nach dem Konsum der whatever-it-might-have-been Fanta kein heftiger Jähzorn, überdimensionaler Wachstum oder Superkräfte eingestellt. Mäh.