Honolulu. Und du so?

In ein paar Wochen ist es soweit – mein Auslandssemester beginnt. Und obwohl ich noch urviel zu erledigen habe (zB 2x impfen lassen, Pass im amerik. Konsulat in FFM abholen, meinen Freunden von der Stadt Köln schreiben, dass sie mich mit ihren nervigen Parkzetteln ein paar Monate lang nicht zu belästigen brauchen, Zwischen-Zwischenmieter finden…)  freue ich mich natürlich schon ungemein darauf. Denn (gibt es tatsächlich noch jemanden, dem ich es nicht erzählt habe?:) – ich fliege nach HAWAII!! 🙂 Jawohl, Honolulu, baby. 🙂 Grüne, warme, sonnige, tropische Insel mitten im Pazifik. Und für alle die glauben, ich würde ein Urlaubssemester einlegen – falsch, ihr Hirnis, ich habe immerhin Marketing- und Design-Kurse an der Hawaiian Pacific University belegt und muss ganze 4x die Woche zur Uni – öfter als hier an meine FH. 🙂

Das eigentlich lustige an der Sache ist, dass Hawaii nur 2nd choice war. Geplant waren eigentlich zwei Semester in Istanbul, gemeinsam mit meinem Freund. Da meine Uni kein Erasmus-Abkommen mit einer Istanbuler Uni hat und auch keines abschließen wollte (O-Ton vom International Office meiner FH: „Istanbul? Da will doch keiner hin von unseren Studenten, ist nicht interessant genug.“ – Klar, ist ja auch nur Weltstadt und so, ne.), musste ich mir passende Unis selbst heraussuchen. Als schlauer Studi mit Internetanschluß machte ich mich optimistisch ans Werk und erlebte einige böse Überraschungen. Ich habe mal versucht, ein paar typische Gespräche wiederzugeben:

Typisches Gespräch 1
Telefon-Partner: Efendim?
Ich: Hello, my name is Yasmin, do you speak English?
Telefon-Partner: Hello? Hello? (Auf türkisch:) Ich kann Sie nicht hören!
Ich: Hello?? I can hear you, can you hear me?
(Telefon-Verbindung voll gut)
Telefon-Partner: Hello?
Klick. Hatte wohl jemand keine Lust auf Englisch.

Typisches Gespräch 2
Telefon-Partner: Efendim?
Ich: Hello, my name is Yasmin, do you speak English?
Telefon-Partner: Klick (weiterverbunden zu irgendwem)
Telefon-Partner 2: Efendim?
Ich: Hello, my name is Yasmin, do you speak English?
Telefon-Partner 2: (freundlich auf türkisch:) Nein, sorry.
Ich: Hmm, äh, Almanca?
Telefon-Partner 2: Nein.
Freundliches Schweigen auf beiden Seiten.
Ich: Äh, ok, bye bye, thanks.
Telefon-Partner: Bye bye.
Klick.

Typisches Gespräch 3
Telefon-Partner: Efendim?
Ich: Hello, my name is Yasmin, do you speak English?
Telefon-Partner: Yes!
Ich: Oh cool, I have a question, I´d like to come to your Uni, I spoke to Miss Türkoglu, she asked me to call you because –
Telefon-Partner: Türkoglu?? Wait a second!
Ich: No, no, wait please! I spoke to her already, she –
Klick, Warteton-Musik
Ich: Genervt
Warteton-Musik
Telefonpartner 2: Efendim?
Ich: Hello, my name is Yasmin, I´m calling from Germany, do you speak English?
Telefonpartner 2: Klick (verbunden mit irgendwem)
Wartemusik
Telefonpartner 3: Efendim?
Ich: Hello, my name is Yasmin, I´m calling from Germany, do you speak English?
Telefonpartner 3: Äh, wait, one second.
Hintergrund-Gemurmel
Telefonpartner 4: Hello?
Ich: Hello, I´d like to make an exchange year…blablabla
Telefonpartner 4: You have to call the communication department.
Ich: I just called her, she said to call you.
Telefonpartner 4: Wait a second please.
Warte-Musik
Telefonpartner 4: Send us an email.
Ich (verzweifelt): I sent 5 emails already!
Telefonpartner 4: Ok, wait.
Klick. Wartemusik
Telefonpartner 4:Please send us an email, we will answer it.
Ich: (resigniert/Tränen nahe): Ok, I will do so. Thank you. Bye.
Telefonpartner 4: (fröhlich) Bye bye!

Nach zwei Wochen gab ich entnervt auf. Denn obwohl die meisten wirklich Leute sehr nett waren am Telefon, konnten sie kein bzw. nur sehr schlechtes englisch – sogar Leute, die im International Office saßen.Es ist leider unmöglich, an einer öffentlichen Universität in Istanbul ein Auslandssemester zu machen, wenn kein Partner-(Erasmus)-Abkommen besteht. Es wäre nur gegangen, wenn ich an mich an einer privaten Uni mit teilweise lächerlich-hohen Semestergebühren (z.B. 17.000 EUR) eingeschrieben hätte.

Und so kam mir Hawaii in den Sinn. Wenn ich also schon Studiengebühren zahlen müsste, da die einzig freien (und somit kostenlosen) Studienplätze meiner FH in Belgien und Slowenien located waren, wollte ich irgendwo hin, wo´s wirklich so richtig, richtig cool ist. 🙂 Stanford, Berkeley wären natürlich gerade für mich als Internetmenschen cool gewesen aber unmöglich mit meinem Mini-Budget. Hawaii hingegen war machbar. Teuer, aber machbar. Und wer kommt bei Hawaii nicht ins Träumen? 🙂 (Für alle, die tatsächlich keine Vorstellung von der Pazifikinsel haben, hier ein paar Eindrücke eines Deutschen, der seit einigen Jahren dort lebt.) Hoffen wir also, dass mein Auslandssemester in vielerlei Hinsicht traumhaft wird und wunderschön. Allzu besorgt darüber bin ich nicht. In diesem Sinne – aloha und bis bald auf Honolulu. 🙂

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Eine Antwort zu “Honolulu. Und du so?

  1. Hawaii ist aber mehr hot als cool 😉 Tolle Sache jedenfalls! Viel Spaß und nicht nur nach den Surfern gucken, gell?

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