I ♥ Cologne. Do you?

Ein witziges Audiofile, in dem jemand über Köln ablästert –> click here.

„(…) Man kann überall leben, aber nicht in Köln. (…) Ein unerträglich von sich selbst eingenommener Menschenschlag, vulgär, laut und zotig. (…) Wie kein anderer Städter dieser Republik findet der Kölner nur gut, was aus Köln ist. Zugleich hält sich der Trampel für weltoffen und kontaktfreudig. (…).“

Lol, alles klar, oder? 🙂
Ist man ehrlich, steckt sogar ein Körnchen Wahrheit darin – denn Köln ist in der Tat nicht schön und die Leute sehr von ihrer Stadt eingenommen.

Woher kommt das? Angeben mit der wundervollen City oder einem besonderem Altbau-/Altstadt-Flair können die Kölner nicht.

Vergleicht man Köln mit Städten wie Paris, Wien, London, oder, um nicht nur Hauptstädte zu nennen,  z.B. mit München, Amsterdam, Barcelona, steckt die Medien-Metropole am Rhein ganz klar zurück – zumindest,  was die Architektur angeht. Paläste, Parlamente, Pinakotheken sucht man hier vergeblich.

Einzige echte Sehenswürdigkeit Kölns, die stets für alles herhalten muss: der Dom. Ach ja, und der Rhein.

Und genau aus der Tatsache, dass Köln trotz seines offensichtlichen 50er Jahre Kachel-Chics so beliebt ist, schöpfen die Kölner (Eingeborene und Imis gleichermaßen) ihr Ego – dass nämlich SIE SELBER den Charme der Stadt ausmachen.
Hauptargument Nr. 1 für viele Köln-Fans: Köln selber ist zwar nicht schön, aber die Leute! Ausrufezeichen. Die Leute! machen was her. Einfach mal mit dem Tischnachbarn im Café über Gott und die Welt reden? Ja, gerne und in Köln oft üblich. Wer dies als aufdringlich empfindet, ist vielleicht in Stuttgart besser aufgehoben.

Nicht verwunderlich auch der Fact, dass Köln Gay- und Karneval-Hauptstadt Nr. 1 ist. Wer also Geselligkeit, Toleranz und Offenheit sucht, sagt man, sei in Köln gut aufgehoben. Und vielleicht lässt sich damit das „Du ming Köln“-Gefühl vieler Bewohner erklären.

Nun, ich als Imi („imitieren“ by the way, nicht „immigrieren“) kann soviel sagen: Köln ist nicht schön, das stimmt, und die Oberflächlichkeit der Leute nervt auch gelegentlich. Wann immer ich  eine andere Stadt besuche, fallen mir zudem ob der Schönheit die Augen aus dem Kopf. Trotzdem bin ich gerne Kölnerin, und zwar, jup, der Menschen wegen. Altbauten, Paläste etc. hin oder her, am Ende des Tages entscheiden die Leute und nicht die Location, ob die Party gelingt oder nicht. In diesem Sinne: I ♥ you, Cologne.

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16 Antworten zu “I ♥ Cologne. Do you?

  1. guten morgen!
    sehr schön hast du das auf den punkt gebracht. ich selbst bin hier geboren, aufgewachsen und werde definitiv auch hier sterben. so richtig erklären kann man dieses köln-gefühl auch gar nicht. es ist einfach da. angeboren, vermutlich. mir tut’s immer körperlich weh, wenn jemand sagt, dass er köln nicht mag, ja sogar hasst (so geschehen bei einem gespräch mit einem dortmunder! ts!).
    und dass unsere arme, arme stadt völlig zerbombt und dann nicht-schön wieder aufgebaut wurde – dafür können wir nichts!! ich wüsste wirklich gern, wie es vorher aussah…

    in diesem sinne wünsche ich dir ein schönes wochenende in köln!!

    lieben gruß,
    silke

  2. Also ich als Düsseldorfer… verkneife mir mal einen Kommentar 😉

  3. Ibi bene, ibi colonia

  4. @Silke: Ui, eine echte Kölnerin! 🙂
    Wie Köln früher aussah, würde mich auch mal interessieren. Wahrscheinlich ein Stückchen weit wie Düsseldorf… 😉

    @David: Irgendwann wird Düsseldorf eh eingemeindet. 🙂

    @Paue: Finde ich auch! 🙂 (obwohl ich erst googlen musste, was das heisst)

  5. Wer ruft? Ui. hier!

    Ich glaube, der Sprecher ist Dietmar Wischmeyer oder irgendsoeiner von den Frühstyxradio-Kollegen.

    Er hat ja auch recht.

    Ich kann übrigens nicht bestätigen, dass die Kölner Menschen „schön“ sind. Diese kurzen Veedel-Gestalten mit ihren Schnauzbärten? 😉

    Und die Kölner stellen sich in der Kälte am Wochenende freiwillig an, um in einen Laden zu kommen, der „Klapsmühle“ heißt? Freiwillig ins Irrenhaus? Das tun nur Kölner.

    Aber es gibt noch mehr Wahrzeichen, als den Dom. Zum einen den Frosch in der Schildergasse, in dem immer ein Chinese steckt und schlechte Straßenkünstler: http://www.uiuiuiuiuiuiui.de/nieder-mit-schlechten-strassenkuenstlern

  6. Und ich komme immer wieder gerne zu Euch!

    I ♥ Cologne nämlich too! 🙂

  7. Wenn ich mich so erbärmlich verschreibe, kann man natürlich auch nicht verlangen, dass du das sofort verstehst..

    UBI bene, ibi colonia

  8. wahre schönheit kommt doch von innen. deshalb ist es doch so herrlisch hier

  9. hahahahahaha
    Da stehen die Kölner aber weit hinter uns Berlinern, die neben ihrer Hauptstadtarroganz auch noch ordentlich was an Kultur und Nightlife zu bieten haben.
    Dazu noch ne Menge Menschen und tada, die beste Stadt der Welt.
    Es geht doch nichts über Berlin, ihr Landeier;)

  10. Jaaa I ♥ Cologne und den Frosch mag ich auch, wenngleich ich jedes mal Mitleit empfinde, wenn ich mir vorstelle, wie es sein muss da drin zu stecken. http://bz.koeln.de/wp-content/2007/06/stofferia-frosch.jpg

    Am 14.02. gehts auf nach Kölle zum Mia-Konzert und Weiberfastnacht. Juhu! Es wird Zeit diese wunderbare Stadt mit den ehrlichen (manchmal oberflächlichen) Menschen wieder zu besuchen.

  11. I love Cologne qb. Love other cities more (shame on me…)

  12. I love Köln – nicht exorbitant.
    Aber dieses Post mag ich und kann als Nicht-Kölner Köln-Besucher nur zustimmen. Köln – das sind die Kölner.

    Es war echt eine Freude, den Artikel zu lesen.

    Danke! sagt
    der Jens

  13. @StiLfrE: Jaja, war klar, dass das von einem Berliner kommt. 🙂
    @annellchen Der Frosch hat sogar seine eigene Gruppe auf studivz. Armer Kerl, irgendwie, aber trotzdem berühmt.
    @nat: Ja, well, you´re from Lissabon, of course that´s in no comparison to Cologne 🙂
    @Jens Schwarz: Thank you, immer wieder gerne. 🙂
    @ui.: Na gut, okay, die Klapsmühle…aber he…der Dom und so… 😉

  14. Als Nomade aus Franken, z.Zt. in Palma de Mallorca, muss ich sagen, dass mich Köln immer angenehm überrascht hat. Ich war zwischen 1995 und 2000 öfter dort, weil ich in Eupen/Belgien wohnte. Vor allem die netten, kontaktfreudigen Menschen und gute Gastronomie. Und beim „Früh“ kann man unendlich viel Kölsch trinken. Es scheint alkoholfrei zu sein 🙂

  15. Sehr treffender Text, spricht mir als Kölner aus dem Herzen… und ja, das alte Köln hatte architektonisch einiges zu bieten, schade das es nach dem Krieg an vielen Stellen so verhunzt wurde 😦

    Ein paar historische Bilder.

    Oper
    http://www.bilderbuch-koeln.de/Fotos/1292

    HBF
    http://www.bilderbuch-koeln.de/Fotos/23899

    Luftbild
    http://www.bilderbuch-koeln.de/Fotos/7753

  16. @ui In die „Klappsmühle“ gehen aber ohnehin nur Bergheimer und Konsorten 😀

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