Nicht alles, was geschrieben steht, ist gut.

Gerade das Buch „Zwei Mädchen / Istanbul Story“ von Perihan Magden fertiggelesen, und es ist sooooo wahnsinning grottenschlecht, dass ich darüber berichten muß (sei es nur, anderen Interessenten davon abzuraten).

Worum geht´s?
Zwei unterschiedliche Teenie-Mädchen in Istanbul, die eine intelligent und aggressiv, die andere schön und angepasst, treffen sich und möchten gemeinsam aus ihrem bisherigen Leben ausbrechen.

Worum geht´s wirklich?
Zwei unterschiedliche Teenie-Mädchen treffen sich in Istanbul, eine ist eine extrem nervige, psychisch labile Klette, die das schöne Mädchen völlig vereinnahmt, sich in deren Leben drängt und sie als „Retterin“ ansieht. Man erfährt nicht, aus welchen Gründen das Mädchen so aggressiv ist (Macho-Bruder? schwache Eltern? traditionelle Rollen-Erfüllung, was??). Das aggressive Mädel sieht also in dem schönen Mädel ihre Rettung, wieso aber, erfährt man nicht, nur, dass sie aussergewöhnlich schön ist und das aggressive Mädel besonders anspricht. Lesbische Verliebtheit? Wahre Freundschaft? Whatever. Auch die Nebencharaktere im Buch sind so alltagsfremd geschildert, dass sie einem total konstruiert vorkommen und unreal wirken.

Das einzige, was die Autorin bei mir hervorgerufen hat, war eine extreme Unsympathie und die absolute Absicht, jedes ihrer anderen Bücher zu ignorieren.

Das Buch ist, pardon my french, einfach nur scheisse. Der Stil, die Story, die pseudo-Unangepasstheit, die Charaktere, everything. Es wurde sogar verfilmt und ist wohl 2006 in den Kinos erschienen. Es gibt so viele tolle Bücher auf der Welt. Wieso dieses, frage ich mich. Weil es gewollt provokativ ist? (Uhhh, lesbisch, maybe. Uhhh, das Mädel tötet, maybe). Ein laaaanges, langes Gähnen an dieser Stelle. Eines der schlechtesten Bücher, die ich seit langem gelesen habe. Ist ja auch eine Leistung, irgendwie.

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Eine Antwort zu “Nicht alles, was geschrieben steht, ist gut.

  1. Also ich kenne das Buch (leider?) nicht, aber fand den Film recht interessant, wenn ich ehrlich sein soll. Im Film hatte ich durchaus den Eindruck, daß die Aggressivität von Behiye an den Punkten liegt, die du schon fragend aufgeworfen hast. Darüber hinaus ist es ja aber eindeutig eine Art Pseudo-Aggressivität, denn eigentlich will sie nur Zuneigung auf irgendeine Weise… und sucht diese als Kontrapunkt zu ihrem langweiligen Familienleben eben bei Frauen.
    Das Interessante am Film zumindest ist die recht moderne Machart, die man (leider!) nicht immer von türkischen Filmen gewohnt ist, und das relativ ungewöhnliche Casting, das eher junge und durch seichte Serien bekannte Darsteller so gänzlich andere Charaktere spielen läßt. Zwar kann man nicht ganz verhehlen, daß das Werk teilweise leicht prätentiös daherkommt, aber nur als Film gesehen ist das Ganze nicht allzu schlecht.

    So viel zum Film… bin jetzt nicht sicher, ob ich mir auch das Buch vornehmen soll… vor allem nach deiner geradezu vernichtenden Kritik. 😉

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